Presseinformation
Tarifeinigung für Paritätische arbeitgeber in Hamburg
Neuer Tarifvertrag stärkt die soziale Arbeit in Hamburg
Berlin, 22.11.2024
Der Paritätische Tarifgemeinschaft e. V. (PTG e. V.) und ver.di haben sich erstmals auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt, der ab dem 1. Januar 2025 zusammen mit dem bestehenden Bundesmanteltarifvertrag (M-TV Parität Bund) für alle tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes in Hamburg und deren Beschäftigte gilt. Ab dann profitieren zunächst über 1.100 Beschäftigte in 16 tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen von deutlich besseren Arbeitsbedingungen und einer attraktiven Gehaltssteigerung. Die Vereinbarung bringt zahlreiche Vorteile für die Beschäftigten und stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Sozialwirtschaft in Hamburg dar.
„Mit diesem Schritt unterstreicht die Branche ihre Bedeutung für die Gesellschaft und setzt neue Maßstäbe in der Arbeitswelt.“, betont Florian Pfleger, Verhandlungsführer und Syndikusrechtsanwalt beim Arbeitgeberverband Paritätische Tarifgemeinschaft e. V. „Die neuen Regelungen sichern eine faire Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und weitere attraktive Zusatzleistungen.“
Kernpunkte des neuen Tarifwerkes
- 39-Stunden-Woche bzw. ab dem 01.01.2026 38,5-Stunden-Woche
für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben - Fair gestaltete Entgelttabellen für den Sozialbereich sowie
für ambulante und stationäre Pflege - Flexible Arbeitszeitmodelle zur individuellen Arbeitszeitgestaltung
- Sonderzahlung im November in Höhe von 85 Prozent des
monatlichen Entgelts - Attraktive Zeitzuschläge und Entlastungstage bei Schicht-,
Wechselschicht- und Nachtarbeit - 30 Urlaubstage sowie ein zusätzlicher freier Tag pro Jahr
- Zusätzliche Urlaubsansprüche gegen Entgeltumwandlung
- Weitere Zuschläge wie Krankengeldzuschuss bei
längerer Krankheit und vermögenswirksame Leistungen
Zukunftsweisende Vorteile für Beschäftigte und Sozialwirtschaft
„Mit dem Tarifabschluss schaffen wir beste Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige soziale Arbeit in Hamburg.“ so Pfleger weiter. „Die Tarifeinigung bietet unseren Mitgliedsunternehmen und deren Beschäftigten langfristige Planungssicherheit und attraktive, einheitliche Arbeitsbedingungen, die faire Vergütung und zusätzliche Vorteile garantieren.“ Besonders stolz ist der Arbeit-geberverband auf die neue Regelung, das ehrenamtliche Engagement der tarifgebundenen Beschäftigten mit zusätzlichen freien Tagen im Jahr zu fördern. „Diese wegweisende Maßnahme würdigt das persönliche Engagement der Beschäftigten und zeigt die Wertschätzung der Paritätischen Arbeitgeber für freiwillige soziale Arbeit. Ich danke allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit, die dieses Ergebnis möglich gemacht hat.“
Zum Einigungspaket des Tarifwerkes gehören zudem ein Tarifvertrag
über die Vergütung von Auszubildenden, dual Studierenden und Praktikant*innen sowie ein Tarifvertrag zum Fahrrad-Leasing.
Ein gemeinsamer Schritt in eine starke Zukunft
Mit dem neuen Tarifvertrag stellt der PTG e. V. gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen in Hamburg die Weichen für zukunftsfähige Arbeitsbedingungen, die die Sozialwirtschaft stärken und die Attraktivität sowie Wertschätzung sozialer Berufe nachhaltig erhöhen. Gemeinsam gestalten wir soziale Arbeit, die nicht nur heute, sondern auch in Zukunft höchste Standards bietet – für die Beschäftigten und die Gesellschaft.
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Sebastian Jeschke
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Fakten statt Schlagzeilen – Wir stehen für echte Wertschätzung
Warum überzogene Forderungen nicht weiterhelfen
Berlin, 20.05.2025
Am 20. Mai 2025 trafen sich der Arbeitgeberverband und die ver.di-Verhandlungskommission Brandenburg zum zweiten Verhandlungstermin. Die Arbeitgeberseite hat ein konkretes Angebot vorgelegt und ist der Gewerkschaftsseite deutlich entgegengekommen – dennoch hält ver.di an den überzogenen Forderungen fest.
In den aktuellen Tarifverhandlungen wird von ver.di viel gefordert – und noch mehr behauptet. Das Angebot der Arbeitgeberseite wird als „unverschämt“ und „dreist“ bezeichnet – während zugleich Forderungen gestellt werden, die genau das sind: wirtschaftlich unhaltbar, politisch nicht gedeckt und im Ausmaß realitätsfern. Unverschämt ist nicht das Angebot der Arbeitgeber – sondern die Erwartung, ohne gesicherte Finanzierung derart weitreichende Forderungen zu erfüllen.
Forderungen sind schnell formuliert. Verantwortung zu übernehmen heißt aber, belastbare Perspektiven anzubieten – und nicht mit Maximalforderungen auf dem Rücken der Beschäftigten Politik zu machen.
Die Aufgabe der Arbeitgeber ist es nicht, unrealistische Erwartungen zu bedienen – sondern tragfähige Lösungen zu entwickeln. Wir stehen für ein Angebot, das Verantwortung übernimmt: für unsere Beschäftigten, für die Betriebe und für die Zukunft der sozialen Arbeit in Brandenburg.
Was fordert ver.di für 2026?
- 8 Prozent mehr Lohn, mindestens 400 Euro monatlich mehr für alle
- Zusätzliche Zuschläge für ungeplante Dienste
- Angleichung an den öffentlichen Dienst
- 480 Euro Zuschlag für ver.di-Mitglieder
Das ist plakativ – aber realitätsfern.
Faktencheck: Wo stehen wir wirklich?
ver.di verlangt massive Lohnerhöhungen und Zusatzleistungen – für über 4.000 Beschäftigte bei tarifgebundenen Paritätischen Arbeitgebern in Brandenburg. Doch diese Forderungen ignorieren ein zentrales Problem:
Die Finanzierung sozialer Einrichtungen hängt maßgeblich von öffentlichen Mitteln ab.
Unsere Mitgliedsunternehmen werden überwiegend durch Kommunen, Pflegekassen und Sozialversicherungsträger finanziert. Diese Mittel sind knapp und eine Refinanzierung von Lohnsteigerungen in dieser Größenordnung ist schlicht nicht gesichert.
Wer solche Forderungen stellt, muss auch sagen, woher das Geld kommen soll.
Unser Angebot: Fair, verantwortungsvoll, zukunftssicher
Die Arbeitgeberseite hat sich klar positioniert: 2 Prozent mehr Lohn für 24 Monate und eine schrittweise Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 88 Prozent. Das ist kein „unverschämtes“ Angebot, sondern ein verantwortungsvoller Schritt in herausfordernden Zeiten. Denn wir handeln nicht aus Prinzip zurückhaltend, sondern aus Pflicht: Zum Schutz der Einrichtungen, der Arbeitsplätze und der sozialen Infrastruktur in Brandenburg.
Bereits heute: Höchste Löhne in Ostdeutschland
Gemeinsam mit ver.di haben wir in den letzten Jahren Rekordabschlüsse erzielt. Seit 2019 sind die Löhne bei den Paritätern in Brandenburg durchschnittlich um 45 Prozent gestiegen – das ist bundesweit Spitze. Seit dem 1. Januar 2025 erhalten unsere Beschäftigten:
- 4,2 Prozent mehr Tabellenentgelt
- Verbesserte Zuschläge für Schicht- und Nachtarbeit
- Eine Jahressonderzahlung von 85 Prozent
- Eine erhöhte Praxisanleiter-Zulage und vieles mehr
Die Zahlen zeigen: Wir zahlen fair und überdurchschnittlich
- Für Fachkräfte liegen unsere Gehälter schon in der Stufe 1 im deutschen Durchschnitt aller Branchen.
- Ab der mittleren Leitungsebene liegen unsere Gehälter sogar deutlich darüber.
- Erzieher*innen in den Entgeltgruppen J3/K3 erhalten sogar schon ab dem fünften Berufsjahr die höchsten Entgelte aller Tarifverträge
- Durch die Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent im Januar 2025 haben wir bereits jetzt überwiegend das Niveau erreicht, das der TVöD erst im Mai 2026 erreichen wird.
Wertschätzung braucht Verlässlichkeit – auch in der Finanzierung
Wir wissen: Soziale Arbeit verdient Anerkennung. Aber Wertschätzung heißt auch: Arbeitsplätze sichern und Einrichtungen am Leben halten. Deshalb handeln wir mit Augenmaß – für echte Sicherheit, nicht für kurzfristige Versprechungen.
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Sebastian Jeschke
Vorstand | Syndikusrechtsanwalt
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Tarifeinigung für Brandenburgs Paritätische Arbeitgeber
Verantwortungsvoller Kompromiss für stabile Perspektiven in der Sozialen Arbeit
Berlin, 26.06.2025
Am 19. Juni 2025 haben der Arbeitgeberverband Paritätische Tarifgemeinschaft e. V. und der ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg eine Tarifeinigung erzielt. Diese steht für Verlässlichkeit, Wertschätzung und wirtschaftliche Vernunft und sichert die Zukunft der Sozialen Arbeit in Brandenburg.
Einigung mit Augenmaß
Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 steigen die Tabellenentgelte um 2,5 Prozent mit einer sozialen Komponente: Alle Beschäftigten erhalten mindestens 90 Euro monatlich mehr. Zum 1. Januar 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,2 Prozent. Auch die Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit werden in zwei Stufen deutlich verbessert.
Die Eckpunkte der Tarifeinigung:
- Laufzeit: 24 Monate bis zum 31. Dezember 2027
- Entgelterhöhungen:
- Zum 01.01.2026: +2,5 Prozent, mindestens jedoch 90 Euro
- Zum 01.01.2027: +2,2 Prozent
- Zulagen:
- Schichtzulage: Erhöhung von 60 Euro auf 80 Euro ab 2026, auf 90 Euro ab 2027
- Wechselschichtzulage: Erhöhung von 120 Euro auf 140 Euro ab 2026, auf 150 Euro ab 2027
- Jahressonderzahlung: Anhebung auf 88 Prozent im Jahr 2027
- Zwei zusätzliche freie Tage („ver.di-Tage“): jeweils einer für 2026 und 2027, erstmals auch für Auszubildende
Verantwortung zeigen – Perspektiven sichern
Die Verhandlungen waren geprägt von hohen Erwartungen und begrenzten Mitteln. Beide Seiten waren sich der Verantwortung bewusst, einen belastbaren Konsens zu finden. Mit der Einigung wurde ein Weg gefunden, der Soziale Arbeit in Brandenburg absichert – zuverlässig, bezahlbar und zukunftsfähig.
„Wir haben stets betont: Wir stehen für faire und tragfähige Lösungen – keine symbolischen Versprechungen, sondern echte Perspektiven“, sagt Sebastian Jeschke von der Arbeitgeberseite. „Die Einigung trägt den berechtigten Erwartungen der Beschäftigten ebenso Rechnung wie der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen.“
Auf bestehender Stärke aufgebaut
Bereits mit der Tarifsteigerung ab Januar 2025 wurden 4,2 Prozent mehr Tabellenentgelt gezahlt. Zeitgleich wurde die Jahressonderzahlung auf 85 Prozent und der Nachtzuschlag auf 25 Prozent erhöht. In Kombination mit den jetzt vereinbarten Erhöhungen bleiben die Entgelte bei den Paritätischen Trägern in Brandenburg bundesweit an der Spitze – insbesondere für Fachkräfte, Leitungen und Erzieher*innen.
Soziale Arbeit braucht Stabilität
Die Paritätischen Arbeitgeber bekennen sich klar zu ihrer Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen – stets im Spannungsfeld zwischen fairer Vergütung und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand setzen dabei allerdings klare Grenzen, die bei der Festlegung tragfähiger Entgelte berücksichtigt werden müssen. „Nur wenn alle Seiten realistisch bleiben, lassen sich Arbeitsplätze langfristig sichern. Dieser Abschluss beweist: Der gefundene Kompromiss zeigt, dass beide Seiten mit Weitblick und Augenmaß gehandelt haben.“
Die Einigung steht bis zum 20. Juli 2025 unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung.
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Sebastian Jeschke
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Tarifeinigung für Paritätische Arbeitgeber
Verlässliche Perspektiven für
Soziale Arbeit in Sachsen-Anhalt
Berlin, 04.07.2025
Am 26. Juni 2025 haben der Arbeitgeberverband Paritätische Tarifgemeinschaft e. V., der ver.di-Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Landesverband Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Einigung in den Tarifverhandlungen erzielt. Die Vereinbarung steht für Verlässlichkeit, Wertschätzung und wirtschaftliche Verantwortung und schafft stabile Rahmenbedingungen für die Soziale Arbeit in Sachsen-Anhalt.
Wesentliche Eckpunkte der Tarifeinigung
- Laufzeit: 24 Monate bis zum 31. Dezember 2027
- Entgelterhöhungen:
- Ab 1. Mai 2026 Erhöhung aller Tabellenentgelte um 2,1 Prozent; in den Entgeltgruppen P 1 und P 2 um 4,9 Prozent
- Erhöhung der Entgeltgruppen J/E7 um 70 Euro
- Ab 1. April 2027 Erhöhung aller Tabellenentgelte um weitere 2 Prozent in allen Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen
- Jahreszuwendung:
- Erhöhung auf 78 Prozent im Jahr 2026 und auf 80 Prozent im Jahr 2027
- Erhöhung der Zulage für Nachtarbeit auf 4 Euro je Stunde
- Funktionszulagen im Rettungsdienst ab 2026:
- Praxisanleiter und Qualitätsmanagementbeauftragte je 200 Euro
- Staatlich geprüfte Desinfektoren und Hygienebeauftragte, Sicherheitsbeauftragte für Medizinprodukte sowie Arzneimittelbeauftragte je 150 Euro
- Neu: Funktionszulagen für Sicherheitsbeauftragte (100 Euro), Fahrzeugverantwortliche (100 Euro) sowie Lager- und Materialverantwortliche (150 Euro)
- Stufenweise Anhebung der Ausbildungsvergütung Pflegehilfe ab 01.01.2026 auf 1.340,69 Euro, ab 01.01.2027 auf 1.415,69 Euro
Verantwortung übernehmen – Zukunft sichern
Die Verhandlungen wurden mit dem Ziel geführt, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl den finanziellen Rahmenbedingungen in der Refinanzierung der Sozialen Arbeit als auch den berechtigten Interessen der Beschäftigten gerecht wird. „Unser Fokus lag von Anfang an darauf, eine nachhaltige und realistische Einigung zu erzielen“, erklärt Sebastian Jeschke vom Arbeitgeberverband. „Diese Vereinbarung bietet eine verlässliche Grundlage für die Soziale Arbeit und berücksichtigt die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.“
Auf bewährtem Fundament aufbauend
Bereits zum 1. Januar 2025 wurden die Tabellenentgelte um 4,5 Prozent erhöht und die Jahreszuwendung auf 75 Prozent angehoben.
Soziale Arbeit braucht nachhaltige Planungssicherheit
Die Paritätischen Arbeitgeber bekennen sich zu ihrer Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen. Dabei gilt es, die Balance zwischen angemessener Vergütung und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht aus den Augen zu verlieren. „Nur mit gegenseitigem Verständnis und realistischem Handeln lassen sich Arbeitsplätze und Qualität langfristig sichern. Die erzielte Vereinbarung ist dafür ein gutes Beispiel.“
Die Tarifeinigung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien bis zum 31. Juli 2025.
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Sebastian Jeschke
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Streik trotz konstruktiver Verhandlungen und Einigungen?
Gewerkschaftspolitik statt Verhandlung
Berlin, 05.09.2025
In konstruktiver und von gegenseitiger Wertschätzung geprägter Atmosphäre haben sich der Arbeitgeberverband und die Verhandlungskommission der Gewerkschaften ver.di und GEW Berlin bereits in der zweiten Verhandlungsrunde am 24. Juli 2025 über deutliche Entgelterhöhungen für die Beschäftigten in der Altenhilfe und Pflege geeinigt. In der dritten Verhandlungsrunde am 31. Juli 2025 wurde eine Einigung zur Einrichtung einer Clearingstelle zur gemeinsamen Klärung offener Fragen zur Tarifauslegung vereinbart.
Zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde bot die Arbeitgeberseite eine pauschale Steigerung aller Entgelttabellen außerhalb der Altenhilfe und Pflege um 1,8 % an und erklärte sich bereit über zusätzliche Regelung zur Abfederung sozialer Härten zu verhandeln. Überraschend erklärten die Gewerkschaften, sie wären nicht in der Lage die Verhandlung an diesem Tag fortzusetzen da dieses erste Angebot nicht einmal die für das Jahr 2025 prognostizierte Inflationsrate von 2,2 % ausgleichen würde. Gleichzeitig signalisierten die Gewerkschaften jedoch Verständnis für die von der Arbeitgeberseite vorgebrachten Argumente und sicherten zu, anstelle ihrer bisherigen pauschalen Forderung ein dem bisherigen Verhandlungsstand entsprechendes und konkretisiertes Forderungspapier auszuarbeiten um den bislang konstruktiven Verhandlungsfluss fortzusetzen. Die überarbeiteten Forderungen sollen der Arbeitgeberseite bis zur kommenden Verhandlungsrunde am 24. September 2025 zugehen.
Konstruktive und erfolgreiche Verhandlungen – dennoch Streikaufruf durch die Gewerkschaften
Trotz der bereits erzielten Einigungen, der weiterhin bestehenden Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeberseite und der Zusage der Gewerkschaften die eigenen Forderungen den Realitäten anzupassen, erfolgte nun ein Streikaufruf, in dem die Gewerkschaften weiterhin an einer Erhöhung der Entgelttabellen um 8 % mindestens jedoch um 250 Euro festhalten.
Diese Forderungen sind wirtschaftlich unhaltbar, in ihrem Ausmaß realitätsfern und dienen offenkundig einer unnötigen Eskalation der Verhandlungen.
Forderungen sind schnell formuliert. Verantwortung zu übernehmen heißt aber, belastbare Perspektiven anzubieten – und nicht mit Maximalforderungen auf dem Rücken der Beschäftigten sowie der Menschen, die auf die Leistungen sozialer Einrichtungen angewiesen sind.
Die Aufgabe der Sozialpartner ist es nicht, unrealistische Erwartungen zu wecken – sondern tragfähige Lösungen zu entwickeln. Wir stehen für ein Angebot, das Verantwortung übernimmt: für unsere Beschäftigten, für die Betriebe und für die Zukunft der sozialen Arbeit in Berlin.
Faktencheck: Wo stehen wir wirklich?
Die Gewerkschaften verlangen massive Lohnerhöhungen – für über 4.000 Beschäftigte bei tarifgebundenen Paritätischen Arbeitgebern in Berlin. Doch diese Forderungen ignorieren ein zentrales Problem: Die Finanzierung sozialer Einrichtungen hängt maßgeblich von öffentlichen Mitteln ab.
Unsere Mitgliedsunternehmen werden überwiegend durch Landesmittel, Pflegekassen und Sozialversicherungsträger finanziert. Diese Mittel sind knapp und eine Refinanzierung von Lohnsteigerungen in der geforderten Größenordnung ist schlicht nicht gesichert.
Unser Angebot: Fair, verantwortungsvoll, zukunftssicher
Die Bereits erzielte Einigung für die Beschäftigten in der Altenhilfe und Pflege zeigt deutlich: die Arbeitgeberseite ist jederzeit zur Findung tragfähiger Einigungen bereit. Diese müssen jedoch den herausfordernden Zeiten Rechnung tragen. Wir handeln nicht aus Prinzip zurückhaltend, sondern aus Pflicht: Zum Schutz der Einrichtungen, der Arbeitsplätze und der sozialen Infrastruktur in Berlin.
Wertschätzung braucht Verlässlichkeit – auch in der Finanzierung
Wir wissen: Soziale Arbeit verdient Anerkennung. Aber Wertschätzung heißt auch: Arbeitsplätze sichern und Einrichtungen am Leben halten. Deshalb handeln wir mit Augenmaß – für echte Sicherheit, nicht für kurzfristige Versprechungen.
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